Alkohol inhalieren und die Welt scribbeln

Scribbeln ist eine Wissenschaft für sich. Diese Technik heißt wörtlich übersetzt “kritzeln”. Was manche neben dem Telefonieren auf einen alten Kassenzettel machen, erfordert als Designer tatsächlich Technik und eine Menge Übung.

Technik und Stifte

Diese Technik ist dafür gedacht, dass man “mal eben schnell” eine Idee aufskizzieren kann. Zum Beispiel wenn man jemanden von einer Idee überzeugen muss, der sich das Ergebnis nicht vorstellen kann. Alles wird frei Hand gemacht, mit extrem schnellen aber gezielten Strichen. Eine Hilfe sind mir dabei nur eine Pappkante und etwas kreisrundes (Tasse, Münze), die ich für technische oder architektonische Elemente verwenden soll. Eben Linien, Muster oder Kreise die exakt verlaufen.

Diese Technik verwenden vor allem Architekten und – wie in meinem Fall – Layouter für ihre Konzeptzeichnungen. Ich sollte eine Anzeigen- oder Magazin-Reihe scribbeln. Außerdem konnte ich mich entscheiden zwischen Autos, Landschaften und Interieur. Ich habe das gewählt, was am wenigsten Genauigkeit erfordert: Landschaften.

Die Marker mit denen wir arbeiten sollten, waren Alkohol-Marker. Darum strömen sie üble Dämpfe aus. Da sind Kopfschmerzen vorprogrammiert. Noch immer stinkt mein Arbeitszimmer, wie ein Chemielabor. Ich empfehle – wenn man dabei nicht erfriert – immer ein Fenster offen zu haben.

Die Stifte haben zwei Spitzen. Eine breite (wie bei einem Textmarker) und eine dünne pinselartige Spitze. Mein Problem mit ihnen: ich kann die Intensität der Farben kaum variieren. Ich setze einen Strich und der ist groß und präsent da. Ich muss mit den Farben leben, die der Stift hergibt. Mischen? Angeblich minimal möglich – ich habe es allerdings nicht hinbekommen.

Das Asiatische Motiv ist übrigens mein Favorit. Wie seht ihr das?

Aber dann gibt es auch dieses Motiv, das einfach nichts werden wollte und bei dem ich mir sagte: “Ach was soll’s: Ich werde die Stifte danach eh nie wieder anrühren.”

Für so einen Bogen (A3) würde mein Prof vielleicht eine halbe Stunde brauchen – wenn überhaupt. Ich saß an jedem Blatt 3-5 Stunden. Ich bin mit dem Ergebnis recht zufrieden. Zum Glück werde ich diesmal meine Zeichnungen nicht im direkten Vergleich mit den anderen sehen. Da wurde mir immer bewusst, dass mir diese Technik einfach nicht gelingen wollte.

Bisher bin ich mit jedem Medium klargekommen. Mit manchen Techniken musste ich erst warm werden. Aber irgendwie kam immer etwas Brauchbares dabei heraus. Obwohl ich das Scribbeln mit Markern total sinnvoll und schön finde – wenn man es kann – werde ich die Finger davon lassen: es macht mir einfach keinen Spaß.

 


Welche Technik könnt ihr so gar nicht verstehen?

Ein schönes Restwochenende
Liebe Grüße > sara

4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Hallo Sara,
Erstmal danke für deinen tollen Blog. Find ich wirklich sehr inspirierend. :)
Das mit den eigenen Ansprüchen kenn ich leider auch. Das hemmt mich häufig mehr als mir lieb ist. Hast du zufällig ein paar Tipps parat wie du das rangehst? Würde mich wirklich sehr interessieren.

Antworten

    Hey Virginia,
    oh was für ein schönes Kompliment, Dankeschön <3
    Ich weiß genau was du meinst. Mir hat es geholfen meinen Stil zu finden. Ich bin ziemlich perfektionistisch veranlagt. Darum kriege ich bei Zeichnungen die Krise, wenn ich versuche besonders gerade und genau zu sein. Mir tut es gut, wenn ich eher wild und dynamisch mit meinen Stiften umgehe – schau doch mal auf meinem Instagram Account vorbei – das befreit mich. Also probier dich aus und versuche etwas zu finden womit du dich wirklich wohl fühlst. :)

    Außerdem: Überprüfe auch, ob die zu hohen Ansprüche nicht davon kommen, dass du dich ständig nach allen Seiten umsiehst. Seit es mir egal ist, wie die Anderen mit dem Stift umgehen (und ich ein: "da sieht man, dass du das gemacht hast" nicht mehr als Beleidigung auffasse), geht es mir auch mit meinen eigenen Ansprüchen besser. Jetzt kann ich auch viel eher einmal eine Zeichnung wirklich beenden. Um das zu kappieren hat es mich 6 Jahre gebraucht :D Ich hoffe, das geht bei dir schneller ^^

    Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen?
    Liebe Grüße > sara

Ja, Achillesferse hab ich auch! Richtige Perspektive bei Gebäudezeichnungen. Aber ich werde es jetzt mal mit Urban Sketching versuchen und dabei die “richtige” Perspektive nicht so ernstnehmen, vielleicht ist das ja ein Weg?
Bytheway, ich mag Deinen Blog! :-) Danke dafür!

Antworten

    Hey Dodo :)
    Dankeschön für deinen Kommentar. Ja, mir hilft es auch manchmal einfach wild drauf los zu zeichnen und die eigenen Ansprüche fallen zu lassen. KLingt so einfach, fällt mir aber unglaublich schwer o.O
    Btw: Dankeschöön :D

    Liebe Grüße > sara

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Zum Datenschutzhinweis.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen