Holzkunstwerke aus aller Welt im Erzgebirge – Daetz-Centrum Lichtenstein

Ich bin im Erzgebirge in Sachsen aufgewachsen und liebe vor Allem die Weihnachtszeit. Alles glitzert in warmem Licht. In fast jedem Fenster steht ein traditioneller Schwibbogen oder Bergmann und Engel. In den Wohnzimmern drehen sich geschnitzte Pyramiden und es dampfen “Raachermanneln”. Dass man plötzlich vor Afrikanischen Holzskulpturen oder Asiatischen Flusspferdzahnschnitzereien stehen könnte, kommt einem im Gedanken ans Erzgebirge gar nicht in den Sinn.

Über 550 Exponate aus der ganzen Welt

1997 gründeten Marlene und Peter Daetz die Daetz-Stiftung. Sie sammelten und kauften über 650 Kunstwerke aus Afrika, Asien, Europa und Amerika. Die Exponate stehen nun in der weltweit einzigartigen Dauerausstellung des Daetz-Centrums über Holzbildhauerkunst im Schlosspalais Lichtenstein im Erzgebirge.

Zwischen Weihnachten und Neujahr, besuchte ich das Daetz-Centrum und war direkt von den Socken. Jedes einzelne Kunstwerk erzählt eine Geschichte. Viele Werke haben einen traditionellen oder religiösen Hintergrund. Ich möchte Dir einen kleinen Einblick in die Ausstellung geben und die Lust nach mehr wecken. Es war schwer sich zwischen den hunderten Werken für 15 Höhepunkte zu entscheiden, die die Vielfalt, Schönheit und Hochwertigkeit der Exponate zeigen.

Hinweis: Die jeweiligen Beschreibungen und Künstler werden eingeblendet, wenn Du den Cursor über einem Bild liegen lässt oder durch Klicken auf ein Bild das Vollformat öffnest.

Afrika

Die Ausstellung beginnt im Verbindungstunnel zwischen Eingangshalle und Museum mit der Wiege der Menschheit – Afrika. Die fantasievollen Masken, aufwändig verzierten Trommeln und dunklen Ebenholzschnitzereien zogen mich in ihren Bann. Was flüsterte mir der Audio Guide ins Ohr? “Ihre Welt ist viel lebendiger als unsere – alles ist von einem Geist beseelt.”

Europa

Obwohl oder gerade weil ich auf diesem Kontinent lebe, entzückten mich diese Ausstellungsstücke besonders. Fast alle der Werke waren stark realistisch und detailverliebt. Was ich meine, zeige ich Dir in diesem Video an drei Beispielen.

Amerika

Nach der lebensechten Kunst aus meiner Heimat erlebte ich einen kleinen Stilbruch. Die indianische Schnitzkunst war etwas völlig Anderes, als Europäer gewohnt sind. Trotzdem beeindruckten die bunten Figuren, Masken und hohen Totempfähle mich sehr. Die kurzen Erklärungen, die man sich zu ausgewählten Exponaten anhören konnte, verstärkten nur die Ehrfurcht vor diesem einst wilden Volk, dem man nach und nach den Lebensraum wegnahm.

China

Die Kunst aus China überforderte sowohl mein Auge als auch meine Vorstellungskraft. Schau Dir die Fotos genau an: Alle Details sind auf den Bildern gar nicht erfassbar. Auch als ich davor stand, begriff ich nicht, wie die Werke funktionieren. Unglaublich wie viel Geduld und Fingerspitzengefühl diese Arbeiten gekostet haben müssen! Kein Wunder, dass die Asiatische Kunst den meisten Platz in der Ausstellung einnahm.

Indonesien

Nun stehe ich vor von Religion und Mythen geprägten Kunstwerken aus Indonesien. Auf mich wirkten sie sehr leicht und perfekt. Wie in jedem Raum stelle ich mir hier die Fragen: “Wie lange haben die Künstler für ihre Werke gebraucht? Wie geht so etwas? Und wie schafft man aus Holz solch filigrane Details?” Einfach unglaublich!

Indien

Krishna und Ganesha dominieren die Kunst der Inder im nächsten Abschnitt. Ganesha ist mir dabei während des Rundgangs besonders sympathisch geworden. Er liebt Süßigkeiten und muss sich deswegen den Bauch mit einem Gürtel schnüren. Allgemein dreht sich bei ihm alles um Süßkram, weshalb er auch immer seine süße Kugel mit sich trägt.

Myanmar

In Myanmar gab es wieder etwas anderes zu bestaunen. Neben “normalen” Skulpturen fielen mir vor allem die Marionetten auf. Wunderschön geschnitze Gliederpuppen mit aufwändigen Kostümen.

Thailand

Die letzte Etappe führte mich nach Thailand. Wieder wurde ich von übergroßen Schnitzereien und filigranen Arbeiten überwältigt. Ich weiß gar nicht, was ich dazu schreiben soll – dieser Aufwand und solche Schönheit… man muss es sich einfach selbst ansehen!

Fazit

Persönlicher Eindruck

Ich war mit meiner Familie in der Ausstellung und wir waren alle sehr begeistert. Das deutet schon daraufhin: man muss sich nicht für Kunst interessieren, um von den Exponaten überwältigt zu werden. Ich empfand die Ausstellung als sehr großzügig. Die Werke standen alle weit genug auseinander, um sie einzeln auf sich wirken zu lassen. Außerdem kamen mir die Stücke sehr gut ausgewählt vor. Man hat bei der Wahl nicht nur auf Gefallen sondern auch auf die Geschichte hinter den Exponaten geachtet. So wurde die Ausstellung sehr spannend und abwechslungsreich.

Das Gebäude ist komplett barrierefrei und somit auch für Rollstuhlfahrer erreichbar. Außerdem gibt es überall ausreichend Sitzgelegenheiten. Das empfand ich als besonders positiv, denn die Ausstellung ist wirklich riesig. Hätte ich mich nicht ab und zu setzen können, wäre ich wohl nicht so aufmerksam geblieben. Ich ließ mir viel Zeit und habe etwas mehr als 2 Stunden für den Rundgang gebraucht.

Jedoch ist die Ausstellung eher etwas für Erwachsene. Ich glaube Kinder unter 12 Jahren würden sich bei der Größe der Ausstellung und der Vielfalt an Informationen schnell langweilen.

Tipp

Man sollte sich unbedingt einen Audio Guide geben lassen. Zu den meisten Ausstellungsstücken gibt es nur kleine Tafeln auf denen Herkunft, Titel und Künstler vermerkt sind. Die spannenden Informationen zum Hintergrund kann man oft nur über ein spezielles Gerät anhören. Bei so vielen Kunstwerken würde man aber wohl bald müde vom Lesen werden. Die jeweiligen Audiobeiträge sind so kurz gehalten, dass das Zuhören nicht langweilig wird.

Alle weiteren Infos zur Stiftung und Ausstellung findest Du unter: www.daetz-centrum.de


Wirst du Die Ausstellung auch besuchen, wenn du in der Nähe bist?

Liebe Grüße > sara

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