Wie es mit deinem Skizzenbuch klappt.

Ich habe lange Zeit geglaubt, dass Skizzenbücher nichts für mich sind. Bei mir zu Hause liegen bestimmt 10 Exemplare, die ich angefangen und nach zwei oder drei Skizzen schon aufgegeben habe. Es hat sich nicht richtig angefühlt. Am Anfang habe ich es noch auf das falsche „Werkzeug“ geschoben. Später akzeptierte ich meine Niederlage und sagte mir selbst: „Naja, vielleicht bist du einfach nicht der Typ dafür.“ Dabei fehlte mir etwas ganz Wichtiges: 

Die richtige Einstellung. 

Ich ging mit meinem Skizzenbuch um, als wäre alles darin auf eine öffentliche Leinwand gemalt. Beim Zeichnen dachte ich schon daran, wie wohl die Reaktion der späteren Betrachter ausfallen wird. Das erzeugte so einen Druck auf mich, dass mich mein Perfektionismus einholte und nichts gut genug war. Ich hasste mein ganzes Skizzenbuch, wenn nur eine Seite nicht Fehlerfrei war. Und das sind Skizzen eben nie: Fehlerfrei.

Behandle dein Skizzenbuch wie du dein Tagebuch schreiben würdest. Du sammelst darin Impulse, Stimmungen, Momente und Eindrücke. In einem Tagebuch findet man keine Reinschriften. Da wird geschreiben, was dich gerade beschäftigt, Grammatik und Rechtschreibung sind egal. Auch deine Handschrift sieht von Tag zu Tag ein bisschen anders aus. Es gehört dir allein, du musst es niemandem zeigen und es geht keinen etwas an, was du darin verewigt. Du machst das nur für dich und nicht, um jemanden zu beeindrucken. 

Perfektion ist hier nicht nötig. Du kannst einfach Dinge ausprobieren und so viele Fehler machen, wie du möchtest. Als ich das begriffen hatte, fiel mir das Zeichnen viel einfacher. Es ist mir egal, wenn eine Skizze nicht fertig wird oder völlig daneben geht.

Und dann einfach machen!

Ich weiß, dass es vielen schwer fällt, anzufangen. Wenn es dir genauso geht, liegt das mit großer Wahrscheinlichkeit daran, dass du ein perfektes Skizzenbuch haben möchtest, das von vorne bis hinten spannend, einzigartig und umwerfend ist. Aber weißt du was? Weil niemand sonst so zeichnet wie du oder exakt die gleiche Idee hat wie du, wird dein Skizzenbuch sowieso spannend, einzigartig und umwerfend sein. 

Trotzdem sind die ersten Schritte nicht leicht. Ich habe hier ein paar Ideen für dich, wie du dich selbst überwinden kannst:

Arbeite dich nicht Seite für Seite vor.

Schlage dein Buch einfach auf irgeneiner Seite auf und zeichne dort dein erstes Motiv hinein. Auch bei den nächsten Zeichnungen gehst du so vor. Irgendwann musst du nach freien Seiten suchen. Wenn sich wieder eine Lücke füllt, ist das ein wunderbares Gefühl. Außerdem bringt es Abwechslung in dein Buch.

Benutze ein Skizzenbuch mit gefärbten Seiten.

Dieses makellose Weiß schüchtert dich ein. Du möchtest das Buch nicht kaputt machen, indem du deine weniger makellosen Kritzeleien hinein setzt. Versuche es mit einem Skizzenbuch, das ungebleichtes Recyclingpapier oder gefärbte Seiten verwendet.

Bearbeite die Seiten, bevor du zeichnest. 

Bevor ich meinen Stil gefunden hatte und glücklich mit meinen Zeichnungen war, habe ich gerne mit Collagen gearbeitet. Ich habe vorher mein Skizzenbuch mit Zeitungpapier, Werbung oder Resten von Geschenkpapier beklebt. Das hat mir die Hemmungen genommen, den ersten Strich zu versemmeln. Außerdem macht es Spaß, vertrau mir! 

Behandle dein Skizzenbuch wie ein Fotoalbum. 

Wenn du das Zeichnen auf einem losen Blatt Papier bevorzugst, aber trotzdem ein Skizzenbuch haben möchtest, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sammelst du deine Zeichnungen und lässt sie nach einer gewissen Zeit zu einem Buch binden oder du klebst sie einfach in ein bestehendes Buch ein – eben wie ein Fotoalbum. 

Arten von Skizzenbüchern. 

Es gibt keine Regeln. Trotzdem ist mir ein Muster aufgefallen, während ich durch das Internet und analoge Skizzenbücher von Freunden und Bekannten geblättert habe.

Notizensammler.

Dieses Skizzenbuch wird als Notizbuch verwendet. Doch statt lange Texte, Beschreibungen und Wortlaute zu notieren, kritzeln die Leute alles, was sie hören, sehen, erleben und beobachten als kleine Skizze in ihr Buch. Dabei ist es ihnen nicht wichtig, dass es vorzeigbar ist. Hauptsache sie verstehen es selbst. 

Studienmacher.

Dieses Skizzenbuch ist bunt und aufregend. Der Besitzer zeichnet mit jedem Stift, der gerade zur Verfügung ist und nutzt jede freie Fläche im Skizzenbuch aus. Häufig wird das Skizzenbuch überall mit hin genommen, um auf dem Weg oder beim Reisen alles zu dokumentieren. 

Ästhet. 

Dieses Skizzenbuch hat häufig ein Thema und/oder ein Konzept. Der Besitzer hat immer das passende Werkzeug dabei und würde niemals aus seinem Muster ausbrechen. Er nimmt sich für seine Skizzen bewusst Zeit. 

Maler.

Jede Seite ist aufwändig gestaltet, bis ins feinste Detail ausgearbeitet und hat mehrere Stunden in Anspruch genommen. Streng genommen, würde ich das nicht mehr als „Skizzenmachen“ bezeichnen, aber wenn das der richtige Weg für dich ist: Nur zu!

Ein letzter Tipp. 

Schalte ab, wenn du dein Skizzenbuch zur Hand nimmst. Wort wortwörtlich abschalten. Suche dir einen Ort, wo du ungestört bist, mach dir Musik oder ein Hörbuch an und leg los. Schau nicht auf Instagram und Pinterest, was andere Künstler und Designer machen. Ignoriere auch andere, wenn du in einer Klasse oder Gruppe zeichnest. Konzentriere dich voll auf dich und deine Hand. Du möchtest schließlich deine Fähigkeiten ausbauen und einzigartig sein. 


 

Und nun rann an die Stifte. Falls du noch das passende Skizzenbuch suchst, ist vielleicht mein letzter Beitrag “Das richtgige Skizzenbuch für dich finden.” etwas für dich. Und wenn dich mein Skizzenbuch interessiert, solltest du unbedingt mein Instagram-Profil erkunden.

Welcher Skizzenbuch-Typ bist du?
Oder kennst du noch weitere Arten?

Liebe Grüße > sara

4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Sehr schön geschrieben! Ich habe mal ein Skizzenbuch komplett mit Fahrkarten beklebt xD man kann da echt so viel anstellen.

    Lg,
    Roach :)

    Antworten
    • Hey Roach,
      das ist auch cool. Und ich finde etwas analoges, handgemachtes immer viel stärker, als wenn man 1000 Fotos im Urlaub (oder sonstwann) gemacht hat, die sich eh keiner mehr anschaut :D
      Liebe Grüße > sara

  • Andre Nitschke
    16. Juni 2019 15:48

    Ein sehr guter Artikel zu dem Thema. Habe mich vorher nie damit befasst, aber durch das lesen einen guten Überblick bekommen. Ich denke auch man sollte es einfach probieren und dabei nur für sich zeichnen und skizzieren. Was dabei rauskommt wird einen sicher überraschen. :-)

    Antworten
    • Danke für deinen Kommentar, Andre.
      Genau so ist es. Leider kann man manchmal die eigenen Macken und Gedanken nicht abstellen. Da hilft nur ausprobieren und den angenehmsten Weg finden :)

      Liebe Grüße > sara

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