Mein Journalsystem – perfekt um Projekte in den Griff zu kriegen

Ich habe Anfang 2017 das Bullet Journal System (“Bullet Journal – was ist das?”) ausprobiert und – oh Wunder – bin mit der kreativen Variante, die ich im Beitrag “Mein Design, mein Layout” zeige und die so gehypte wird, gar nicht zurecht gekommen. Es war für mich einfach nicht sinnvoll. Ich benutze Kalender nur, wenn ich wirklich viel zu tun haben. Was bringt es mir, wenn ich im Stress erst eine halbe Stunde lang Übersichten zeichnen muss?

Aus den Erfahrungen habe ich mir mein eigenes System zusammengestellt, das ich jetzt seit Anfang Oktober 2017 nutze. Ich bin unglaublich zufrieden damit!

Übrigens werden die Bilder bunt, wenn man mit der Maus darüber geht oder am Handy darauf tippt.

Wofür ist das System geeignet?

Ich bin, was das Führen eines Kalenders angeht, unglaublich untalentiert. Weil ich mir das Meiste merken kann, liegen Kalender bei mir nach kürzester Zeit ungenutzt herum. Die Grundidee des BuJos nach Ryder Carol finde ich jedoch gut. Mit einer gehörigen Portion eigener Würze verwende ich sie nun für das Dokumentieren meiner Mitschriften und Projekte. Darum glaube ich, dass Studenten, Blogger, Schüler, Selbstständige oder alle die ein Projekt im Auge behalten müssen gut damit arbeiten können.

Wie sieht das System aus?

Die Grundidee

Mein System basiert auf Verlinkungen zwischen Kalender- und Notizteil. Und so funktioniert es:

Der Kalenderteil

Der Kalenderteil umfasst einen geschlossenen Zeitraum, den jeder selbst festlegt. Zum Beispiel ein (Schul-) Jahr, ein Semester oder ein Projekt. Im Gegensatz zu Ryder Carols Original wird dieser Teil vollständig vorbereitet und nicht auf Bedarf erstellt. So kann man jederzeit damit arbeiten.

Herzstück sind die Monatsübersichten, die ganz zu Beginn gebündelt sind. Hier ist kein Platz für ausführliche Notizen. Und das ist gut so, denn die Übersichten sollen übersichtlich bleiben. Um Termine und Abgaben zu markieren setze ich einen bunten Punkt. Jede Farbe in meinem System steht für einen Uni-Kurs. Dahinter vermerke ich die Seitenzahl, wo die Beschreibung im Notizteil zu finden ist.

Auch in diesen Teil gehören mein Calendex und meine monatlichen Stundentracker. Dazu später mehr.

Monatsübersicht von November, jeder Tag hat ein kleines Quadrat zur Verfügung.

Der Notizteil

Hier ist unendlich viel Platz für Notizen, Skizzen, Listen und vor allem: terminliche Details. Termine hebe ich farblich hervor und unterstreiche sie zusätzlich. So sehe ich sofort, wo meine Beschreibungen und Aufgabenstellungen stehen, wenn ich aus dem Kalender hierher verlinkt hatte.

Aus Mangel von Theorieunterricht, habe ich auch alle Mitschriften hier untergebracht. Da ich natürlich die Seiten nicht umheften kann und auch nicht Seiten frei lassen wollte, musste ich mir etwas ausdenken:

Jede Doppelseite wird nur mit einem Fach beschrieben. Das heißt – siehe Foto: Wenn ich am 13. November nur eine Seite für den Kurs “Typografie” brauchte, mache ich mit der rechten Seite am 20. November einfach weiter. Folgen auf den nächsten Doppelseiten Mitschriften zu anderen Kursen, steht an der rechten unteren Ecke ein schwarzer Pfeil. Der signalisiert dass es auf Seite 84, mit dem Fach „Typografie“ weiter geht.

Das Washi-Tape hilft mir dabei die Themen mit einem Griff wieder zu finden. Das Washitape hat mich irgendwann optisch gestört. Aber durch die Verlinkungen im Calendex benötige ich sie gar nicht.

Die Details

Farb-Code

Ich arbeite mit bunten Punkten, deren Farben sich auch alleinstehend von anderen gut unterscheiden lassen. In meinem Fall steht jede Farbe für ein Uni-Fach. Sie könnten aber auch – je nach Verwendung – für verschiedene Themen, Personen oder Aufgabengebiete stehen. Die Legende befindet sich beim Calendex.

Der Calendex

Den alten Bullet Journal Hasen sollte er bekannt sein. Der Calendex ist ein Index in Kalenderform. Immer wenn ich etwas notiert habe, trage ich einen punkten Punkt und die Seitenzahl, wo ich den Eintrag finden kann, am aktuellen Tag ein. Hier verlinke ich jeden Inhalt, um eine chronologische Übersicht zu haben.

Der Tracker: Schlafen-Uni-Freizeit

Da es letztes Mal etwas ausgeartet ist, möchte ich dieses Semester eine genaue Übersicht haben, wie viel Zeit für die Hochschule drauf geht. Darum habe ich mir für jeden Monat diesen Tracker vorbereitet. Hier kann ich mit meinem Farbcode markieren, was ich gemacht habe. Was dann noch weiß ist, war Freizeit.

Nachtrag August 2018: Auch hier verließ mich nach 3 Monaten die Ausdauer. Im nächsten Semester wird es keinen Stundentracker geben.

Die Vorteile des Systems

  • Ihr habt einen vorbereiteten Kalender, um immer bereit zu sein.
  • Trotzdem gibt es unbegrenzten Platz für ausführliche Notizen, denn …
  • … die Verlinkungen machen es möglich.
  • Der Kalenderteil ist extrem Minimalistisch, dass euch nichts ablenken kann.
  • Ihr könnt eure liebsten Bullet-Journal-Elemente einbringen.

Der Nachteil des Systems

  • Längere Vorbereitungen bis ihr startbereit seid – Ihr könnt euch aber ganz einfach eine Vorlage aus dem Internet ausdrucken und einkleben.

Wie findet ihr meine Version des Bullet Jorunals?

Liebe Grüße aus Mainz > sara

4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hey liebe Sara,
    ich halte mein Bullet Journal auch so minimlistisch wie nur möglich. Mehrere Male habe ich versucht, alles zu tracken, was irgendwie hilfreich hätte sein können, aber nun finde ich langsam eine Form, die zu mir passt. Der Calendex war mir allerdings neu, ist das nicht ein bißchen verwirrend? Vielleicht probiere ich es beim nächsten Journal einmal aus. Mit den Washi-Tape-Markierungen bin ich langfristig nicht zurecht gekommen. Ich nutze jetzt sehr schmale Lesezeichen von Paper Poetry, die sind aus Metall und ich kann sie immer umstecken. Herzliche Grüße und weiterhin viel Erfolg auf Deiner Journaling Journey :) Carla

    Antworten
    • Hallo Clara,
      Also für mich persönlich funktioniert der Calendex unglaublich gut. Manche nutzen ihn direkt als Kalender – dafür ist er mir aber zu klein. Als Inhaltsverzeichnis finde ich es perfekt. Denn meistens weiß ich noch, wann ich etwas notiert habe, aber nicht wo. Natürlich kommt es immer auf den Inhalt des BuJos an. Ich sortiere so meine Kurs-Mitschriften und nebenberufliche Projekte. Wenn man seine Einträge nicht kategorisieren kann, stelle ich mir das schwierig vor, denn dann muss man wieder mehr dazu schreiben und kann nicht die Legende mit den bunten Punkten nutzen.
      Ein versuch ist es auf jeden Fall wert :) Viel Erfolg!
      Liebe Grüße > sara

  • Hallo Sara,

    mit “zu kreativen” Journalsystemen komme ich auch nicht klar. Bei mir muss alles übersichtlich und schnell aufrufbar sein. Da gehe ich ganz nach dem Motto, nach dem ich normalerweise nicht gehe: “Nicht schön, aber praktisch.”
    Dein System erscheint mir auf alle Fälle sehr sinnvoll und hübsch sieht es dazu auch noch aus!

    Bei mir hat bis jetzt immer der normale Schülerkalender gereicht und ein Jahreskalender an meiner Magnetwand. Allerdings gehe ich ab Februar in mein halbjähriges Praktikum und merkte beim Eintragen der Termine, dass ich mich ganz schön verzettelt habe. Schließlich geht es jetzt nicht mehr nur um Schularbeiten, sondern ums tatsächliche Arbeiten. Deshalb habe ich mir jetzt auch eine Übersicht erstellt, um alle Deadlines im Blick zu haben. Der gute alte Schülerkalender kommt aber immernoch zum Einsatz. Vielleicht schreibe ich auf meinem Blog auch mal was zu dem Thema.

    Dein Beitrag dazu ist auf alle Fälle sehr interessant und bietet ein bisschen Inspiration für alle verplanten Schüler und Studenten.

    Liebe Grüße
    Luisa

    Antworten
    • Hey Luisa,

      ich habe das Rad natürlich nicht neu erfunden ;) Aber vielleicht hilft es ja jemandem, der auf der Suche nach einem “Alleskönner” ist. Ich meine: hey, sogar meine Mitschriften sind komplett da drin. Ich glaube das Ding ist perfekt für Projektmanagement ;)

      Meine Deadlines hängen bei mir über dem Schreibtisch, damit ich mir selbst Druck machen kann :D

      Liebe Grüße > sara

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